Auf dem Weg nach Sotchi 2014

In Sotchi, an der Küste des Schwarzen Meeres, werden 2014 die 22. Olympischen Winterspiele und die 11. Paralympics ausgetragen. Das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Logistiksystemplanung und Informationssysteme (ALI) an der BTU Cottbus und sein Mutterinstitut, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund, sichern wesentliche Aspekte der Logistik beim Aufbau und während der Spiele.

Ein erstes Treffen zwischen dem russischen Transportminister Igor Levitin und Professor Uwe Meinberg, Leiter des Fraunhofer ALI, hatte Dr. Alexandra Filicheva vom Fraunhofer Representative Office in Moskau vermittelt. Was vor rund einem Jahr bei einer Logistikkonferenz in Sotchi begann, wurde wenig später während des Internationalen Transport Forum (ITF) in Leipzig mit dem Minister besiegelt: »Nachts um elf trafen wir per Handschlag die Vereinbarung, dass sich Fraunhofer zusammen mit russischen Partnern an der Ausschreibung des russischen Transportministeriums beteiligen würde«, erinnert sich Meinberg. Im September 2008 erhielt das Cottbuser Anwendungszentrum die Projektzusage für die Erstellung eines Logistikkonzepts. Im November konnte der Vertrag mit dem koordinierenden Research and Design Institute of Regional Development and Transportation (RDIRDT) in Sankt Petersburg unterzeichnet werden.

Projektgegenstand
Fraunhofer ist für die Planung der Baustoff-Distribution beim Bau der Olympischen Stätten in Sotchi (Coastal Cluster, Eissport) und im rund 60 Kilometer entfernten Gebirge (Mountain Cluster, Skisport) zuständig. Dies umfasst auch den Aufbau der notwendigen Verkehrsinfrastruktur. Diesen Part übernimmt das Fraunhofer IML. »Dazu gehören Straßen, Schienen sowie zwei Häfen und mindestens ein Flughafen«, zählt Meinberg die Verkehrswege auf.
Das Fraunhofer ALI konzipiert ein Logistik-Control-Center, das sowohl während der Bauphase ab 2009 als auch während der Spiele in 2014 für die Koordination der vielfältigen Transporte verantwortlich ist. Einen nicht unwesentlichen Aspekt stellen dabei die Themen Sicherheit sowie der Einsatz moderner I&K-Technologien dar. Eine Herausforderung, so Meinberg, seien die zahlreichen IT-Systeme der beteiligten Partner, die im Center zusammen laufen. Von der Zulieferung des Schotters, der für den Straßenbau vom Hafen in die Berge transportiert werden muss, bis zu den Abfallströmen während der Spiele – alles das muss im Logistik-Control-Center abgebildet und gesteuert werden.

Nicht zuletzt geht es um Sicherheitsaspekte wie den Zugang von Personen zu bestimmten Zonen. Das betrifft in der Bauphase bereits die Wanderbaustellen, an denen Materialien zwischengelagert und gesichert werden müssen. Dabei spielt auch die geographische Nähe zu Krisengebieten in der Region eine Rolle.
Konzeption und Aufbau des Centers muss das Fraunhofer ALI bis April 2009 vollendet haben. 2013 zeigt sich, ob die Planungen und Konzepte tragfähig sind: dann beginnen die Testläufe für die 22. Olympischen Winterspiele in Russland.

Kontakt
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
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